Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen
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8.1 Nennen und erklären Sie die beiden Aufgabenfelder der Psychotechnik (der Wirtschaftspsychologie nach Giese)!
- Subjektpsychotechnik
- Objektpsychotechnik
Herbert Giese nahm 1925 eine Aufteilung der Psychotechnik in die Anwendungsfelder "Objektpsychotechnik" und "Subjektpsychotechnik" vor. Aufgabe der industriellen Objektpsychotechnik war die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen, die Subjektpsychotechnik sollte den Menschen an die Arbeitsbedingungen anpassen. Die Objektpsychotechnik beschäftigte sich beispielsweise mit der Gestaltung von Pausenregelungen, Arbeitszeit- und Lohnfragen. In Konkurrenz zu den Ingenieurwissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre hatten es die ersten psychologischen Institute schwer. Deshalb konzentrierte sich die Anwendung in den 20er und 30er Jahren stärker auf die Subjektpsychotechnik. Dazu gehörten die Entwicklung psychologischer Testverfahren zur Berufseignung und die Nutzung psychologischer Erkenntnisse in der Menschenführung sowie der Aus- und Weiterbildung.
Quelle: http://www.aodgps.de/Inhalt/Infos/ao_dgps_kurzinfo.htm
--Pulsar 20:25, 16. Jul. 2007 (CEST)
8.2 Beschreiben Sie die Grundzüge des Taylorismus!
http://de.wikipedia.org/wiki/Taylorismus
8.3 a) Was ist das Grundproblem des Four-Burner-Problems? b) Stellen Sie mögliche Lösungen des Problems dar!
a) Das Four-Burner-Problem beschäftigt sich mit der Zuordnung der 4 Einstellknöpfe zu den 4 Herdplatten bei herkömmlichen Küchenherden. Die Anordnung der Herdplatten im Viereck auf der einen Seite und die lineare Anordnung der Einstellknöpfe auf der anderen Seite verhindern, dass der Benutzer ein mentales Modell für den Zusammenhang von Bedienelementen zu Wirkungsort entwickeln kann (s.a. Warrick-Prinzip).
b) Die Lösung dieses Problems ist so einfach wie wirkungsvoll: Die Einstellknöpfe müssten ebenfalls im Viereck angeordnet sein, um als Abbild der Herdplatten erkennbar zu sein. Eine andere Lösung ist die Verknüpfung der Einstellknöpfe mit den Herdplatten über gravierte/geprägte oder aufgedruckte Linien auf der Trägerfläche der Herdplatten. (Illustration: http://www.ruf.rice.edu/~pkortum/HF%20Lecture%2016.pdf, Seite 10)
--Pulsar 17:28, 16. Jul. 2007 (CEST)
8.4 Nennen Sie zwei Anwendungen von Vigilanzaufgaben und wie man den Verlust an Vigilanz vermeidet?
OHNE GEWÄHR -- SELBST ZUSAMMENGEREIMT
Vigilanzaufgaben sind Aufgaben, die dauerhaft erhöhte Aufmerksamkeit erfordern.
In experimenteller Umgebung: Die Vpn soll eine Uhr mit Sekundenzeiger beobachten. In unregelmäßigen Abständen springt der Zeiger zwei statt einer Sekunde weiter. Sobald die Vpn diesen Sprung bemerkt, soll sie eine Reaktion auslösen (Rufen, Taster, etc.). Experimente haben gezeigt, dass die dafür nötige Vigilanz etwa 30 Minuten aufrecht erhalten werden kann, danach aber rapide abfällt.
In der Realität umfassen Vigilanzaufgaben üblicherweise Aufgaben im Wachdienst, z.B. die Überwachung von Radarschirmen, von technischen Anlagen (z.B. Kraftwerke, (semi)automatische Fertigungsanlagen) oder von Gelände- oder Gebäudezugängen. Aber auch das Führen eines Kraftfahrzeuges, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, kann hohe Vigilanz erfordern.
Dem Verlust von Vigilanz kann man durch regelmäßige Pausen, abwechslungsreiche und nicht eintönige Aufgaben oder durch Psychopharmaka oder anderen ähnlich wirkenden Substanzen (Koffein, LSD, etc.) entgegenwirken.
--Pulsar 20:19, 16. Jul. 2007 (CEST)
8.5 Was ist der Unterschied zwischen dem räummlichen Kompatiblitätseffekt und dem Simon-Effekt? Geben Sie jeweils ein Anwendungsbeispiel.
http://de.wikipedia.org/wiki/Simon-Effekt --Nomar 10:48, 17. Jul. 2007 (CEST)
VERMUTUNG:
Beim räumlichen Kompatibilitäts-Effekt geht es um die Position des Reizes (Reiz X erscheint links -> linke Taste drücken; Reiz X erscheint rechts -> rechte Taste drücken), während es beim Simon-Effekt gar nicht um die Position geht (Grün erscheint -> linke Taste; Rot erscheint -> rechte Taste), sich die Ergebnisse der Vpn aber verbessern, wenn grün links erscheint und rot rechts, *obwohl* die Position für den Reiz irrelevant ist. --Pulsar 17:52, 16. Jul. 2007 (CEST)
8.6 Was versteht man unter Warrick's Prinzip?
Gefunden: Wenn ein Anwender einen Drehgriff oder einen Schalter bewegt (z.B. eine Mouse), verändert dies oft die dargestellte Variable. Bewegungskompatibilität beschreibt die Erwartungshaltung, die ein Anwender über die veränderte Darstellung zur Aktivität hat. Die Bewegungskompatibilität ist auch geleitet durch ein Prinzip das sich "movement proximity" (Bewegungsnähe) nennt. Dieses Prinzip nennt man auch Warrick Prinzip (Warrick, 1947). Es behauptet, dass der nächste Teil eines sich bewegenden Bedienungselementes sich in dieselbe Richtung bewegen sollte wie der nächste Teil des Displays. Wie wenn der Anwender ein mentales Modell einer mechanisches Verbindung der beiden hätte.
Ergänzung/Korrektur:
Es ist wichtig zu beachten, dass Warricks Prinzip nur angewendet wird, wenn die Bedienelemente SEITLICH des Displays liegen! Weiterhin bezieht sich dieses Prinzip nur auf die Kombination von "rotary control" - also ein Drehschalter und "linear display", also eine linienförmige Skala. Für diese Anordnung besagt es, dass die Erwartung des Nutzers ist: Der Zeiger auf der Skala bewegt sich in dieselbe Richtung wie die Seite der "rotary control", die der Anzeige am nächsten liegt. Mein Verständnis davon ist also: Drehknopf rechts vom Display -> am Display liegende Seite bewegt sich bei Drehung im Uhrzeigersinn nach oben -> Pointer auf der Skala bewegt sich nach oben.
Quellen: http://ergo.human.cornell.edu/DEA325notes/cdcompatibility.html Punkt 2.b)(1)
http://hal.lamar.edu/~ie_dept/underdown/ergonomics/hf_ch10.htm
-- Meisterbrau
8.7 Erläutern Sie die Fehlerkategorisierung von Reason!
Fehlerkategorisierung der menschlichen Störung von Reason (1992) ist eine weit angenommene Theorie. Sie besagt ein Fehler sei ein Ausfall des Erzielens des beabsichtigten Resultates in einer geplanten Reihenfolge des Geistes oder körperlichen Tätigkeiten. Dementsprechend werden menschliche Fehler in zwei Hauptkategorien geteilt:
- Slips (Fehlschläge) gleiten das Resultat von der falschen Durchführung einer korrekten Täatigkeitsreihenfolge.
- Mistakes (Fehler) entstehen aus der korrekten Durchführung einer falschen Tätigkeitsreihenfolge.
Im Vergleich mit Fehlern wurden Slips weitgehend studiert und besser verstanden.
Ich hab mich ein wenig eingelesen und denke dass obenstehende Antwort ein _bisschen_ unzureichend sein könnte, hier mal mein Verständnis:
(Das was oberhalb steht, ist eine Fehlerkategorisierung nach Norman (1981), das für das Reason-system eine Grundlage darstellt)
Das Generisches Fehler-Modellierungs-System (GFMS bzw englisch: GEMS) von Reason:
Fehlermechanismen werden auf drei Ausführungsebenen bezogen (nach Rasmussen):
- fähgkeitsbasierte Ebene
- regelbasierte Ebene
- wissensbasierte Ebene
Es gibt drei Arten von Fehlern (nach Reason und Norman):
- slips
- lapses
- mistakes
Slips und lapses sind Fehler, die unbeabsichtigt entstehen, wenn ein korrekter Plan zur Erreichung eines Ziels falsch ausgeführt wird. Der Unterschied zwischen ihnen ist: slips sind bemerkbar, lapses sind in der Regel nicht beobachtbar (z.B. Vergessen einer Aktion).
Mistakes hingegen sind Fehler in der Planung, sprich der Weg zum Ziel ist bereits falsch oder gar das Ziel falsch gewählt.
Reason ordnet nun die verschiedenen Fehlerarten den Ebenen nach Rasmussen zu: Slips und lapses zur fähigkeitsbasierten Ebene und mistakes zur regelbasierten und zur wissensbasierten Ebene.
Slips und lapses sind relativ klar: Fehler bei der Ausführung der routinemäßigen Arbeitsschritte, Vergessen bestimmter Schritte etc.
Regelbasierte mistakes entstehen, wenn eine Regel auf eine Situation angewendet werden müsste, dies aber nicht oder in falscher Form getan wird.
Wissensbasierte mistakes entstehen, wenn jemand keine weiteren Regeln auf die aktuelle Situation anwenden kann und mit seinem vorhandenen wissen "improvisieren", also eine neue Regel oder Lösung finden muss.
Slips und lapses entstehen offensichtlich vor der Bemerkung eines Problems, rule-based und knowledge-based mistakes hingegen entstehen auch nach Bemerkung eines Problems bei dem Versuch, dieses zu lösen. Weiterhin gibt es noch sogenannte Violations, dies sind beabsichtige Fehler und werden daher oft seperat betrachtet.
zur Erklärung der Ebenen hier noch ein kurzes Pseudocodebeispiel:
- FALLS kein Problem bemerkt wird DANN
- bleibe auf der Ebene der Routine (skill based level)
- ANSONSTEN WIEDERHOLE
- FALLS das wahrgenommene Muster bekannt ist DANN
- wende eine der bekannten Regeln an (rule based level)
- ANSONSTEN
- gehe auf die wissensbasierte Ebene (knowledge based level),
- analysiere die Beziehungen zwischen Struktur und Funktion,
- leite eine Diagnose ab und formuliere die Korrekturhandlungen,
- handle,
- und überwache das Ergebnis
- BIS das Problem gelöst ist
Quellen:
http://books.google.com/books?id=weQajTYejxoC&pg=PA377&lpg=PA377&dq=generic+error+modeling+system&source=web&ots=YLz38LRiH0&sig=z5yypvXZMU0bObikQK1jPqquEHk
Abschnitt 12.5, Seite 377
http://books.google.com/books?id=u1mw-cxOgWgC&pg=PA6&lpg=PA6&dq=slips+mistakes+lapses+norman&source=web&ots=PM_OU1dQ5D&sig=ipXesVbolUGlxt74QzJo2m0644s
Abschnitt 1.3.1 und 1.3.2, Seite 6
http://books.google.com/books?id=WJL8NZc8lZ8C&pg=PA125&dq=%22J.+Reason%22&lr=&hl=de&sig=QVn0xBzudVbyM4WJZ5tgcZNEEgc
http://209.85.129.104/search?q=cache:95PfzyjdyiMJ:www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/enzykl_denken/Enz_09_Schaub.pdf+Wissensbasierte+Fehler&hl=de&ct=clnk&cd=2&gl=de&lr=lang_de&client=opera
8.8 Geben Sie am Beispiel des Großunfalls in "Three Mile Island" an, welche Fehler aus psychologischer Sicht auftreten können.
Three Mile Island ist ein Kernkraftwerk bei Harrisburg, USA, bestehend aus zwei Blöcken. Am 28. MÄarz 1979 wurde durch eine Verkettung von Umständen der Reaktor von Block 2 zerstört. Der Grund des Unfalls wurde mit der schlechten Ausstattung des Kontrollraums sowie der unzureichenden Ausbildung der Mitarbeiter angegeben. Der Reaktor selbst wurde durch diesen Unfall irreparabel zerstört, obwohl dieser Ausgang leicht vermieden werden könnte. Die Beseitigung der Schäden dauerte über 12 Jahre und kostete etwa 1 Milliarde Euro.
Einer der zentralen Fehler beim Unfall beruht auf einem Kognitionsproblem oder auch regelbasierter Fehler. Regelbasierte Fehler: Three Mile Island (1979) Die Mitarbeiter erkannten nicht, dass das Entlastungsventil des Druckbehälters in offenem Zustand klemmte. Hätte das Personal das offene Entlastungsventil am Druckhalter bemerkt und geschlossen, wäre Three Mile Island ein unbedeutendes Ereignis geblieben.
Außerdem gibt es noch: Wissensbasierte Fehler, Fertigkeitsbasierte Fehler.
http://de.wikipedia.org/wiki/Three_Mile_Island
so, anhand der Sachen die ich jetzt von 8.7 weiß, kann ich jetzt auch noch hierzu Beispiele geben:
- Zitat
- "Etwa gleichzeitig war an anderer Stelle des Kraftwerks ein weiteres Problem aufgetreten. Das Notfall-Speisewassersystem, das als Reserve für die Hauptspeisewasser-Pumpen dienen sollte, war 42 Stunden vor dem Unfall getestet worden. Als Teil des Tests wurden zwei Blockventile geschlossen und sollten am Ende des Tests wieder geöffnet werden. Doch dieses Mal, entweder durch einen Verfahrensfehler oder durch menschliches Versagen, wurden die Ventile nicht wieder geöffnet."
(vom Three Mile Island Artikel)
klassisches Beispiel für einen skill-based lapse würde ich sagen. Ein Routinevorgang (Ventile wieder öffnen) wurde nicht ausgeführt und längere Zeit nicht bemerkt, weil wahrscheinlich nur derjenige, der es vergessen hat, es hätte bemerken können.
- Zitat
- "Der Füllstandsanzeiger, von dem der Bediener ablesen kann, wie viel Wasser zum Kühlen vorhanden ist, zeigte an, dass das System voll Wasser sei. Da der Füllstandsanzeiger seine Werte jedoch einzig aus dem Druckhalter bezog, der im Normalbetrieb mit 22 m³ Wasser und darüber 19 m³ Dampf gefüllt ist, jetzt aber fast vollständig mit Wasser gefüllt war, vermuteten die Reaktorfahrer fälschlicherweise, dass das System überfüllt wurde. Eine Füllstandsanzeige im Reaktordruckbehälter war nicht vorhanden. So stoppte einer der Bediener die zuvor automatisch angelaufene Notkühlung. Während der Ausbildung wurde den Reaktorfahrern beigebracht, unter allen Umständen zu verhindern, dass sich der Druckhalter vollständig mit Wasser füllt. Durch die im Normalbetrieb vorhandene Dampfblase im Druckhalter – die einzige im Primärkreislauf zugelassene – ist es möglich, den Druck im Primärkreislauf konstant zu halten um so zu verhindern, dass Druckstöße zu einem Bersten der Rohrleitungen führen könnten. Jetzt aber befand sich eine große Dampfblase im oberen Bereich des Reaktordruckbehälters."
(vom Three Mile Island Artikel)
rule-based mistake würde ich das nennen: Die Reaktorfahrer haben die Regel "nicht voll mit Wasser laufen lassen" angewendet, obwohl dies in dieser Situation vollkommen falsch war"
- Zitat
- "Nach fast 80 Minuten langsamen Temperaturanstiegs begannen die Pumpen des Primärkreislaufs zu kavitieren, da nicht mehr Wasser, sondern Dampf angesaugt wurde. Die Pumpen wurden abgeschaltet und man glaubte, dass die natürliche Zirkulation den Wasserfluss aufrechterhalten würde. Doch der Dampf im System der Rohrleitungen blockierte den primären Kühlkreislauf. Das nicht zirkulierende Wasser verwandelte sich in zunehmendem Maße in Dampf. Nach rund 130 Minuten seit der ersten Fehlfunktion war der obere Teil des Reaktors nicht mehr von Kühlflüssigkeit umgeben. Dampf kann aufgrund seiner geringeren Wärmekapazität nur eine geringere Wärmemenge von den Brennstäben abtransportieren. Dies führt zu einer Temperaturerhöhung. Deshalb ist es wichtig, den Druck im Primärkreislauf soweit aufrecht zu erhalten, dass das Wasser bei den jeweils herrschenden Temperaturen nicht verdampfen kann, sondern flüssig bleibt."
(vom Three Mile Island Artikel)
das wiederum würde ich als knowledge-based mistake bezeichnen: Die Reaktorfahrer haben improvisiert und ihr Wissen angewendet, dabei jedoch als zum teil falschen Informationen falsche Schlüsse gezogen.
8.9 a) Was versteht man unter Belastung und Beanspruchung? b) Mit welchem mechanischen Modell wird das Beanspruchungs-/Belastungskonzept veranschaulicht?
a) Belastungen sind Faktoren, die von außen auf den Menschen einwirken, z.B. Aufgabenanforderungen, Arbeitsaufträge, Umwelteinflüsse. Diese lassen sich objektiv greifen und messen. Beanspruchungen sind die subjektiv erlebten Auswirkungen dieser Belastungen. Diese können erfragt (Fragebogen, Interview) oder physiologisch gemessen werden (Herzfrequenz, Blutdruck, Stresshormonspiegel).
b) In der technischen Mechanik werden diese Begriffe ähnlich verstanden. Belastung bezeichnet hier eine Kraft, die auf ein Objekt, etwa einen Träger, einwirkt, während Beanspruchung z.B. den Grad der Verformung/des "Durchbiegens" bezeichnet.
Quellen: http://www.ukh.de/uploads/media/Projekt_Psychische_Belastung_und_Beanspruchung_im_Sozialamt.pdf und http://www.ergonassist.de/Psych.Bel_die%20Sache.htm#4%20%20%20%20%20Arbeitswissenschaftliche%20Grundlagen%20zur%20psychischen%20Belastung
Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsstrukturierung#Wissenschaftliche_Grundlagen_der_Arbeitstrukturierung
--Pulsar 17:41, 16. Jul. 2007 (CEST)
8.10 Was versteht man unter dem Burnout-Syndrom?
Kennen wir Studenten doch alle.
http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom
8.11 Nennen Sie vier standardisierte Arbeitsanalyseverfahren!
1. Beobachtung 2. Interview 3. Fragebogen 4. Eigenständige Ausführung der Arbeit durch den Analytiker
8.12 Was ist db, db(A), Lm, Lx und Cd/qm?
Ein Dezibel (dB) ist der zehnte Teil eines Bel, einer nach Alexander Graham Bell benannten logarithmischen Maßeinheit. Das Bel dient zur Kennzeichnung des dekadischen Logarithmus des Verhältnisses zweier gleichartiger Leistungs- oder Energiegrößen P1 und P2: L = 10*lg(P1/P2) dB.
Im gegebenen Kontext ist vermutlich die Brücke zum Schalldruckpegel zu schlagen. Der Schalldruckpegel beschreibt das logarithmierte Verhältnis des quadrierten Schalldrucks eines Schallereignisses zum Quadrat des Referenzschalldrucks p0 = 20 µPa. Das Quadrat wird an dieser Stelle verwendet, da es sich beim Schalldruck um eine Feldgröße handelt, deren Effektivwert sich quadratisch zur Leistungs-/Energiegröße verhält. Aufgrund der logarithmischen Skalierung nimmt der Mensch einen Unterschied von 10 dB als doppelt so laut wahr.
Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass das menschlische Ohr Töne mit gleichem Schalldruck in unterschiedlichen Tonhöhen als unterschiedlich laut empfindet, werden so genannte Frequenzbewertungskurven verwendet, die den Messwert in dB auf bestimmte Weise verändern. Die Angabe dB(A) besagt, dass die sog. A-Bewertung angewendet wurde, was den Kurven gleicher Lautstärkepegel bei ca. 20-40 phon entspricht.
Ein Lumen (lm) ist die SI-Einheit des Lichtstroms. Der Lichtstrom ist ein Maß für die gesamte von einer Strahlung ausgesandte sichtbare Strahlung. Strahlt eine Lichtquelle mit einer Lichtstärke von I in einem Raumwinkel von d\omega, dann beträgt der Gesamtlichtstrom Q: Q = \int I(\omega)d\omega.
Ein Lux (lx) ist die SI-Einheit der abgeleiteten Größe Beleuchtungsstärke. 1 lx = 1 lm / m^2. Damit ist die Beleuchtungsstärke umgangssprachlich ein Maß für "Helligkeit", mit der z.B. eine Arbeitsfläche ausgeleuchtet wird.
Die Leuchtdichte L ist das Verhältnis der ausgestrahlten Lichtstärke I zur Größe A ihrer scheinbaren leuchtenden Fläche. Eine Lichtquelle erscheint also umso heller, je kleiner ihre Fläche A im Vergleich zur Lichtstärke I ist. Die Leuchtdichte wird in Candela pro Quadratmeter (cd/m^2) angegeben.
Quelle: Wikipedia; Artikel Leuchtstrom, Leuchtdichte, Beleuchtungsstärke, Schalldruckpegel, Frequenzbewertung, Bel --Pulsar 17:17, 16. Jul. 2007 (CEST)
8.13 a) Wodurch unterscheidet sich ein Quasi-Experiment von einem Experiment? b) Geben Sie ein Anwendungsbeispiel für ein Quasi-Experiment.
a) Ein Quasi-Experiment (lateinisch quasi: gleichsam, sozusagen; experimentum = Versuch, Beweis, Prüfung, Probe) entspricht im Grunde einem sogenannten "echten Experiment", unterscheidet sich aber insofern von ihm, als dass die Zuteilung der Versuchspersonen zu den Gruppen nicht randomisiert ist.
Dadurch sind nur Zusammenhänge findbar, jedoch lässt sich ihre Richtung nicht bestimmen, da keine Kontrolle über Störvariablen möglich ist. Bei einem echten Experiment wird dieses Problem durch die Randomisierung gelöst, deshalb ist die Einteilung in die Gruppen zufällig und die Resultate eines validen Versuchs sind durch die experimentelle Änderung der unabhängigen Variablen erklärbar, da die übrigen Einflüsse nicht verändert wurden (siehe auch Ceteris paribus-Validität).
Innerhalb der Psychologie haben sich komplexe Ansätze (Versuchsdesigns und mathematische Analysemethoden) herausgebildet, die befriedigende Lösungen für viele der auftretenden Probleme (insbes. zu verschiedenen Aspekten der Validität) bereitstellen.
b) Ein Versuchsleiter, der die Auswirkungen eines Abtreibungsgesetzes überprüfen will, kann nicht nach belieben die aktuellen Gesetze ändern, um zu überprüfen, wie diese sich auf die Abtreibungszahlen auswirken.
8.14 Was versteht man unter Anthropometrie? Nennen Sie ein Anwendungsbeispiel! Was versteht man in diesem Zusammenhang unter Perzentilen?
Anthropometrie wird vor allem in der Ergonomie zur Gestaltung von Arbeitsplätzen, Werkzeug und Möbeln gebraucht sowie im Arbeitsschutz zur Festlegung von Sicherheitsmaßnahmen z.B. Bemessungen von Schutzabdeckungen oder Abständen zu gefahrenträchtigen Teilen verwendet. Die Ergebnisse der Anthropometrie werden meist nicht direkt verwendet, sondern in Datentabellen oder Normen abgelegt, um dort z.B. der Klassifikation von Bewegungen zu dienen. Dort liegen die mit der Anthropometrie erhobenen Daten zur Umsetzung durch andere Fachbereiche bereit. In den Tabellen werden nicht nur die Durchschnittswerte, sondern auch das 5. und 95. Perzentil angegeben. Dabei bedeuten bei der Körpergröße die Hinweise:
- 5. Perzentil: nur 5 % sind kleiner
- 50. Perzentil: 50 % sind kleiner bzw. größer (Medianwert)
- 95. Perzentil: nur 5 % sind größer
Wirtschaftsgeschichtler nutzen die Körpergrößen-Angaben Indikator für den Lebensstandard. In früherer Zeit versuchte Anthropometrie, angeblich vorhandene Zusammenhänge Körpermerkmalen und Charaktermerkmalen zu belegen.