Diskrete Strukturen (Mitschrift) (Nebe): Abzählende Kombinatorik
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1) Ziehen von Elementen aus einer Menge
Wie viele Möglichkeiten gibt es, k Objekte aus einer Menge von n Objekten zu "ziehen"?
Diese Frage muss man präzisieren, z.B. aus M = 1,2,3 sollen 2 Elemente gezogen werden:
| geordnet | |
| mit Zurücklegen -- S(3,2) | (1,1),(1,2),(1,3),(2,1),(2,2),(2,3),(3,1),(3,2),(3,3) |
| ohne Zurücklegen -- S0(3,2) | (1,2),(1,3),(2,1),(2,3),(3,1),(3,2) |
| ungeordnet | |
| mit Zurücklegen -- M(3,2) | 1,1',1,2',1,3',2,2',2,3',3,3' |
| ohne Zurücklegen -- M0(3,2) | 1,2',1,3',2,3' |
Wobei Angaben in geschweiften Klammern mit Apostroph (also
)
Multimengen sind, d.h. Mengen, bei denen Elemente mehrfach vorkommen können.
Die S(x,x) und M(x,x) Bezeichnungen werden gleich definiert; siehe auch letzte Tabelle vor (1.2)
(1.1) Definition
Sei
beinhaltet 0
-
für
(Menge aller Folgen, S = "Sequence")
-
(injektive Folge)
-
("k-elementige Teilmenge")
-
Beispiel
Sei f eine Abbildung
, so
ergibt sich folgende Abbildungstabelle:
| 1 | 2 | 3 | bijekt. Abb. |
| 2 | 0 | 0 | {1,1}' |
| 1 | 1 | 0 | {1,2}' |
| |
|
|
| 0 | 0 | 2 | {3,3}' |
Oder für
:
| 1 | 2 | 3 | 4 |
| 2 | 1 | 0 | 1 |
Bemerkung
| a) | S(n,k) ist die Menge aller Folgen der Länge k mit Einträgen aus (mit Wiederholung, Anordnung ist relevant)
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| b) | S0(n,k) ist die Menge der Folgen der Länge k mit Einträgen aus ohne Wiederholung.
Seien
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| c) |
Die Potenzmenge Beispiel: | Pot({1,2,3}) | = 23 = 8 (Mächtigkeit, Anzahl der enthaltenen Elemente) Es gilt:
mit χ ist also die charakteristische Funktion, die ein Element auf 0 oder 1 abbildet, wenn es in der Menge enthalten ist (oder nicht).
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| d) |
Wir wollten zählen:
|
(1.2) Satz ( |S(n,k)|, |S0(n,k)| )
- | S(n,k) | = nk
-
Beweis
| a) |
Insgesamt:
| |
| b) |
Es gibt zuerst n Möglichkeiten für a1. Weil nicht zurückgelegt wird, bleiben für a2 nur noch n − 1 Möglichkeiten, usw. Insgesamt: Möglichkeiten |
(1.3) Definition (Fakultät)
0!: = 1 (neutrales Element der Multiplikation)
Beispiele (Binomialkoeffizient)
(1.4) Satz ( |M0(n,k)| )
Beweis
Sei
mit
(
ist im Allgemeinen nicht injektiv, aber surjektiv)
Wie viele Folgen
gibt es mit
?
Es ist
Beispiel
(1.5) Bemerkung (Identitäten für den Binomialkoeffizienten)
Ein weiteres Beispiel kommt in (16.4) vor
Beweis
- direkt durch nachrechnen oder:
- direkt durch nachrechnen oder:
Betrachte Bijektion
- direkt durch nachrechnen oder:
ist Bijektion
(1.6) Binomischer Lehrsatz
Beweis
Beitrag zu xkyn − k : dazu aus k Faktoren das x auswählen und aus n − k Faktoren das y auswählen:
Koeffizienten von xkyn − k
Folgerung
denn: setze x = y = 1 in (1.6):
(1.7) Folgerung
Jede endliche, n-Elementige Menge hat genauso viele Teilmengen gerader \bindex{Ordnung}, wie ungerader Ordnung. (Ist M eine Menge, so ist | M | die Ordnung von M )
Plausibelmachung
| x | gerade
ungerade
Beweis
(1.8) Satz (Vandermonde Identität)
Beweis
Hörsaal mit w weiblichen und m männlichen Studenten. Die Anzahl der Möglichkeiten k Studenten aus w + m auszuwählen, ist die Summe der Anzahl der Möglichkeiten, l weibliche und k − l männliche Studenten auszuwählen.
(1.9) Satz ( | M(n,k) | )
Beweis
.
Kodiere f durch
(mit Wiederholung, Anordnung ist relevant)
(
= Menge der Abbildungen)
(
ist Bijektion mit
ist Menge aller Teilmengen von
(Bijektion)
repräsentiert eine Multimenge, z.B.
Es gibt
Möglichkeiten
Möglichkeiten